Water Lily Machine

2004/2008 | loo­king back for­ward | Kunst­werk Köln / DE
Ku­ra­tor: Tom Koe­sel
Fotos: R.H.

"Ex­pe­ri­men­tal ar­ran­ge­ment: ha­bi­tat"
Ob­ject-In­stal­la­ti­on, 2004
"Kunst­werk" Co­lo­gne-Deutz

The leaf of the water lily is like "an atoll in the South Seas, a re­ser­voir of tan­gi­ble be­au­ty"
('back to pa­ra­di­se' Mi­che­ner)

This leaf also stands as a sym­bol for water cul­tu­res in which a blue sky with clouds is re­flec­ted. As if this, along with the clear wa­ters of the seas and lakes, re­mains the only plea­sant evo­lu­tio­na­ry me­mo­ry of times be­fo­re life con­que­red the land.
The change of a ha­bi­tat re­qui­res per­fect pre­pa­ra­ti­ons and is as­so­cia­ted with high risks. Even the hat­ching of an egg, the birth of a mam­mal or the pro­cess from the pu­pa­ti­on of an in­sect to the me­ta­mor­pho­sis into a win­ged pa­ra­di­se being whe­ther but­ter­fly or dra­gon­fly, are based on long evo­lu­tio­na­ry de­ve­lop­ments with com­plex stra­te­gies.
The ci­vi­li­za­ti­on cul­ture of homo sa­pi­ens sa­pi­ens en­ters into en­vi­ron­ments and bor­der­li­ne si­tua­ti­ons whose con­quest is evo­lu­tio­na­ri­ly very time-con­su­ming, if not in­sur­moun­ta­ble even for hig­her mam­mals such as pri­ma­tes. (deep sea, mines, space, etc.) Thus he crea­tes tem­po­ra­ry ha­bi­tats such as air-con­di­tio­ned rooms, means of trans­port, space sta­ti­ons, etc., which he can part­ly only leave with ela­bo­ra­te aids such as pro­tec­ti­ve suits, brea­thing masks, di­ving bells, etc.. In these mo­ments he seems as help­less and vul­ne­ra­ble as a ne­w­born child.
.......and in ge­ne­ral aqua­tic plants ap­pe­ar eerie, slip­pe­ry and full of dan­ge­rous sna­kes, water spi­ders, mud tube worms, lee­ches, water scor­pi­ons or ma­la­ria-trans­mit­ting mos­qui­to­es. Even the Anax Im­pe­ra­tor (king dra­gon­fly) in its be­au­ty is a pre­da­to­ry crea­ture. and un­der­neath the water lily leaf stick the slimy egg packets of the mud snail.
The ex­pe­ri­men­tal ar­ran­ge­ment works with 'lower ani­mal and ve­ge­ta­ti­ve crea­tu­res'.

De­s­crip­ti­on:
A water pump dri­ven by solar col­lec­tors pumps the water into the upper glass tank. Only after a lon­ger fil­ling time the basin is emp­tied ac­cor­ding to the prin­ci­ple of the com­mu­ni­ca­ting tubes, up to a water level of 20% into the lower lying basin. Then the "over­flow" breaks off and a time pas­ses until the pro­cess is star­ted again. This con­ti­nues into the lower aqua­ri­ums.
The re­sult is a com­po­si­ti­on of pro­ces­ses that gives the work a fourth acou­stic di­men­si­on. The slight hum­ming of the pump and the drip­ping of in­di­vi­du­al water pearls is sud­den­ly torn apart by the gur­g­ling and crack­ling of the over­flo­wi­ng water.
In ad­di­ti­on, there is a per­ma­nent ten­si­on that one of the pools could over­flow, since these phy­si­cal laws are not ne­cessa­ri­ly ac­ces­si­ble to the view­er.
An in­stal­la­ti­on con­sis­ting of a glass basin, la­bo­ra­to­ry equip­ment, plants, mi­cro­bes, solar col­lec­tor and pump. The so­me­what ar­chaic-loo­king in­stal­la­ti­on is also a ho­ma­ge to the Kaos Gal­le­ry. The steel frame is the same one I used in 1985 for the in­stal­la­ti­on of the large video wall in Gen­ter Str. in Co­lo­gne. It was over­grown and sto­red under lia­nas and nett­les in the over­grown part of the pro­per­ty.
Rolf Hin­te­r­e­cker July 2004

"Ver­suchs­an­ord­nung: Ha­bi­tat"
Ob­jekt-In­stal­la­ti­on, 2004
"Kunst­werk" Köln-Deutz

Das Blatt der See­ro­se ist wie "ein Atoll in der Süd­see, ein Re­ser­voir greif­ba­rer Schön­heit"
('back to pa­ra­di­se' Mi­che­ner)

Die­ses Blatt steht auch als Sym­bol für Was­ser­kul­tu­ren, in denen sich ein blau­er Him­mel mit Wölk­chen spie­gelt. Als blei­be dies neben dem kla­ren Was­ser der Meere und Seen die ein­zi­ge an­ge­neh­me evo­lu­tio­näre Erin­ne­rung an Zei­ten bevor Lebe-wesen das Land er­ober­ten
Der Wech­sel eines Ha­bi­tats be­nö­tigt per­fek­te Vor­be­rei­tun­gen und ist mit hohen Ri­si­ken ver­bun­den. Selbst das Ent­schlüp­fen aus einem Ei, die Ge­burt eines Säu­ge­tie­res oder der Pro­zess von der Ver­pup­pung eines In­sekts bis hin zur Me­ta­mor­pho­se in ein ge­flü­gel­tes Pa­ra­dies­we­sen ob Schmet­ter­ling oder Li­bel­le, lie­gen lange evo­lu­tio­näre Ent­wick­lun­gen mit kom­ple­xen Stra­te­gi­en zu­grun­de.

Die Zi­vi­li­sa­ti­ons­kul­tur des homo sa­pi­ens sa­pi­ens be­gibt sich in En­vi­ron­ments und Grenz­si­tua­tio­nen, deren Erobe­rung evo­lu­tio­när sehr zeit­auf­wen­dig, wenn nicht sogar für hö­he­re Säu­ge­tie­re wie Pri­ma­ten un­über­wind­bar sind. (Tief­see, Berg­wer­ke, Wel­traum usw.) So schafft er sich tem­po­rä­re Ha­bi­tats wie kli­ma­ti­sier­te Räume, Trans­port­mit­tel, Raum­sta­tio­nen etc., die er teil­wei­se nur mit auf­wen­di­gen Hilfs­mit­teln wie Schutz­an­zü­gen, Atem­mas­ken, Tau­cher­glo­cken usw. ver­las­sen kann. In die­sen Mo­men­ten scheint er ähn­lich hilf­los und ver­wund­bar wie ein Neu­ge­bo­re­nes Kind.
.......und im all­ge­mei­nen er­schei­nen Was­ser­pflan­zen un­heim­lich, glit­schig und ste­cken vol­ler ge­fähr­li­cher Schlan­gen, Was­ser­spin­nen, Schlamm­röh­ren­wür­mer, Blut­egel, Was­sers­kor­pio­ne, oder ma­la­ria­über­tra­gen­der Stech­mücken. Selbst die Anax Im­pe­ra­tor (Kö­nigs­li­bel­le) in ihrer Schön­heit ist ein räu­be­ri­sches Wesen. und un­ter­sei­tig des See­ro­sen­blat­tes kle­ben die glib­be­ri­gen Eier­pa­ke­te der Schlamm-schne­cke.
Die Ver­suchs­an­ord­nung ar­bei­tet mit 'nie­de­ren ani­ma­li­schen und ve­ge­ta­ti­ven Le­be­we­sen'.

Be­schrei­bung:
Eine durch So­lar­kol­lek­to­ren be­trie­be Was­ser­pum­pe för­dert das Was­ser in das obers­te Glas­be­cken. Erst nach län­ge­rer Füll­zeit leert sich - durch einen unter der Was­sero­ber­flä­che lie­gen­den Ab­fluss- das Be­cken nach dem Prin­zip der kom­mu­ni-zie­ren­den Röh­ren, bis auf einen Was­ser­stand von 20% in das tiefer lie­gen­de Be­cken. Dann reißt der "Über­lauf" ab und es ver­geht eine Zeit bis der Pro­zess er­neut in Gang ge­setzt wird. Dies setzt sich in die tiefer lie­gen­den Aqua­ri­en fort.
Folg­lich ent­steht eine Kom­po­si­ti­on von Ab­läu­fen, die der Ar­beit eine vier­te akus­ti­sche Di­men­si­on gibt. Das leich­te Sum­men der Pumpe und das Nach­trop­fen ein­zel­ner Was­ser­per­len wird schlag­ar­tig durch das Gluck­sen und Pras­seln des über­lau­fen­den Was­sers zer­ris­sen.
Hinzu kommt eine per­ma­nen­te Span­nung, dass eines der Be­cken über­lau­fen könn­te, da sich dem Be­trach­ter diese phy­si­ka­li­schen Ge­setz­mä­ßig­kei­ten nicht un­be­dingt er­schlie­ßen.
Eine In­stal­la­ti­on aus Glas­be­cken, La­bor­ge­rät­schaf­ten, Pflan­zen, Mi­kro­ben, So­lar­kol­lek­tor und Pumpe. Die etwas ar­cha­isch an­mu­ten­de In­stal­la­ti­on ist auch eine ho­ma­ge an die Kaos Ga­le­rie. Das Stahl­ge­rüst ist das glei­che, das ich 1985 für die In­stal­la­ti­on der großen Vi­deo­wand in der Gen­ter Str. in Köln be­nutz­te. Es la­ger­te zu­ge­wach­sen unter Lia­nen und Brenn­nes­seln im ver­wil­der­ten Teil des Grund­stücks.
Rolf Hin­te­r­e­cker Juli 2004

loo­king back for­ward par­ti­ci­pa­ting Ar­tists:
Joa Ise­lin, Chri­stoph Ran­zen­ho­fer, Fred­die Mi­cha­el Soethout, Erwin Sta­che, Fer­di­nat Bütt­gen, u.And.